Unexpectedly great Idaho

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Das verblasste Schild „cellphone pull out“ am Strassenrand der Route 43 auf dem Weg nach Idaho bestätigt unseren Eindruck dieser Strecke. Hier ist der Hund begraben. Soweit das Auge reicht, nur Natur… so wie wir es lieben. Ab und zu werden wir doch von einem schnelleren Auto überholt, als wir mit 55mph gemütlich dahingleiten. Die Route 43 mündet kurz nach der Staatsgrenze zwischen Montana und Idaho auf den Highway 93, eine kurvenreiche Bergstrecke quer durch den Bitterroot National Forest entlang des phantastischen Salmon Rivers. Wer hätte gedacht, dass die Strecke so toll wird, wir haben wieder mal alle Touristeninformationsbroschüren und Reiseführer zur Seite gelegt und diese Strecke nur anhand der Papierkarte herausgesucht und werden mit Ruhe, tollen Ausblicken und wunderbaren Stellplätzen entlang des Salmon Rivers belohnt. Das Wasser ist eiskalt und fordert einiges an Überwindung, aber die Erfrischung tut gut bei immer wärmer werdenden Temperaturen auf dem Weg nach Boise.

The faded sign „cellphone pull out“ on the roadside of Route 43 on the way to Idaho just confirmed our impression of this route. Here is the dog buried. As far as the eye can see, only nature … and we love it. From time to time a faster car passes us, as we glide comfortably around 55mph. Shortly after the state border between Montana and Idaho, Route 43 joins Highway 93, a winding mountain route through the Bitterroot National Forest following the fantastic Salmon River. Who would have thought that the route would be so great, we once again put aside all tourist information brochures and travel guides and picked out this route only on the basis of the paper map and are rewarded with tranquility, great views and wonderful parking spaces along the river. The water is freezing cold and requires some courage, but the refreshing feeling afterwards is great, as temperatures are starting to rise on the way to Boise.

Als wir in Challis unsere Lebensmittel auffüllen, werden wir von einem jungen Amerikaner angesprochen. „seid ihr aus Deutschland?“ – ja – „Darf ich euch was fragen? Ist es wahr, dass ihr in Deutschland von den Muslimen überrannt werdet und dass sie alle so böse sind. Das täte ihm so leid, er habe Angst um uns Deutsche und das Gefühl, er bzw. die Amerikaner müssten kommen und für uns kämpfen, uns militärisch unterstützen! Das wäre zumindest der Eindruck, den sie über die Nachrichten bekämen… !“ Mmmmhh, was soll man dazu sagen! Wir haben bisher keine US Fernsehnachrichten geschaut, aber kann man sowas wirklich glauben? Wir zumindest waren für einen Moment sprachlos, bis Thomas ihm dann sehr höflich erklärte, dass wir bisher soviel gereist sind und auch in muslimischen Ländern unterwegs waren und immer sehr gastfreundlich behandelt wurden und man Muslime nicht alle schlecht machen sollte…ob er uns glaubt? Wer weiss? Als er uns dann erzählte, dass die mexikanischen Gastarbeiter die blonden jungen Mädchen kidnappen und über die Grenze schmuggeln würden, wussten wir, dass dieser Junge Mann ganz sicher den neuen Präsidenten gewählt hat! Nicht unser Fall und wir haben uns ganz nett und freundlich von ihm verabschiedet.

When we fill up on our food in Challis, we are approached by a young American. „Are you from Germany?“ – yes – „May I ask you something?“ – sure – „Is it true that you are being overrun in Germany by the Muslims and that they are all so bad, he is so sorry, he is afraid for us Germans and has the feeling that he or respectively the Americans would have to come and fight for us and support us with military! That would at least be the impression that they would get on the news …! „Mmmmh, what can one say to that! We have not watched any US TV news yet, but can you really believe that? At least we were speechless for a moment, until Thomas explained to him very politely that we have traveled so far and have been also traveling through Muslim countries and were always treated very hospitably … whether he believes us or not? Who knows? When he told us that the Mexican guest workers were kidnapping the blond young girls and smuggling them across the border, we knew that this young man certainly chose to vote for the new president here! Not our kind of people and we quickly said our nice and friendly goodbyes to him.

Die nächsten Kilometer ging es kurvig entlang des Salmon Rivers weiter bis Stanley, wo wir eigentlich im Sawtooth National Forest campen wollten, obwohl sie gebührenpflichtig waren. Aber es sind immer noch Schulferien und wieder mal ein Freitag, so dass sämtliche Campingplätze ausgebucht waren. Vor dem Abzweig zum Redfisch Lake war bereits erkennbar, dass auch dort sämtliche Campingplätze ausgebucht waren. Also fuhren wir ca. 3 km weiter südlich und finden einen tollen freien bush campingplatz zum übernachten, wo bereits 3 weitere ältere Wohnmobile standen und es so aussah, als dass sie dort dauerhaft stünden. Wir richten uns auch häuslich ein und spazieren etwas entlang des Salmon Rivers. Und dort hatte ich nicht damit gerechnet, ausser ein paar Streifenhörnchen auch noch einer Schlange zu begegnen. Sie war weitaus erfolgreicher mit ihrer Fischjagd als wir bisher und hatte doch tatsächlich einen kleinen Fisch in ihrem Maul, er passte eigentlich gar nicht hinein, aber selbst unsere Anwesenheit störte sie nicht und sie behielt ihn fest umklammert, als sie am Flussbett entlang weiterschlängelte. Da wir hier in den Sawtooth Mountain über 2000m waren, war es entsprechend frisch in der Nacht, morgens gerade mal 10 grad im Wohnmobil hatten wir seit Nova Scotia nicht mehr erlebt. Trotz der völlig ausgebuchten Campingplätze fuhren wir zum Redfish Lake, da wir eigentlich dort etwas mit dem Kayak paddeln wollten, aber jeder Parkplatz war belegt und kostete natürlich extra. So parken wir nur eine halbe Stunde in der Nähe des Visitor Center und erfrischen uns im eiskalten, glasklaren Bergwasser des Redfish Lakes während wir die Aussicht auf die Bergkette geniessen.

For the next few kilometers, we continued winding along the Salmon River to Stanley, where we actually wanted to camp in the Sawtooth National Forest, even though they were not free of charge. But as we still have school holidays and again it was a Friday, all campsites were fully booked. Before the turn off to the Redfish Lake it was clear that all campsites there were fully booked too. So we drove about 3 km further south and found a great free bush camping place, where already 3 other older campers were parked between the trees and it looked like that they stood there permanently. So we also settle down and parked our home and took a little walk along the Salmon River. And I had only expected to see some squirrels but no snake. That snake was far more successful in her fish hunt than we ever have been and actually had a small fish in her mouth, the little fish did not actually fit in it right, but she kept holding it tightly as she continued to winds along the riverbed. Since we were here in the Sawtooth Mountain over 2000m, it was surprisingly cool at night, in the morning we had just 10 degrees in the camper which we had not experienced since Nova Scotia. Despite the fully booked campgrounds we drove to Redfish Lake, as we really wanted to do some kayaking there, but every parking space was occupied and of course to be paid. So we just parked for half an hour near the visitor center and refreshed ourselves in the icy, crystal-clear mountain water of the Redfish Lake while enjoying the view of the mountain range.

Nach drei Tagen an dem freien bush campspot geht es für uns weiter auf der 21 in Richtung Boise. Der Wegweiser zum Bull Trout Lake lockt uns auf die Schotterstrasse durch den Boise National Forest. Leider ist es derzeit aufgrund der Feuergefahr verboten offene Campingfeuer zu machen, denn der Platz, den wir zum Übernachten am kleineren See vor dem Bull Trout Lake finden, ist ideal für ein Barbecue. Es ist mucksmäuschenstill um uns herum, nur das Rauschen des Windes in den Ästen der Kieferbäume und das Krächzen einiger grosser schwarzer Krähen ist zu hören. Der Blick auf den ruhigen See wird nur durch ganz kleine Fliegen, ähnlich der Fruchtfliegen, getrübt. Es raschelt im Gebüsch, ja genau in dem, neben dem alten Baum, dessen weissliche Rinde am Boden liegt und ein Streifenhörnchen flitzt im Augenschein vorbei, so schnell, dass es schwer ist mit dem Auge zu verfolgen. Ein Greifvogel schwingt seine Bahnen über den See und es weht uns die Luft des Waldes um die Nase, als wir gemütlich unser Käffchen trinken. Bei einem kleinen Spaziergang entlang des Sees finde ich frische Bärenspuren im Schlamm. Wir sind also wirklich in der Wildnis. Leider oder Thomas sagt immer gut so – haben wir keine Bären gesehen. Er möchte nicht von einem hungrigen Bären in der Nacht geweckt werden, der unser Tür vielleicht doch mal einschlagen kann. Auf dem Ponderosa Pine Scenic Byway geht es entlang des Payette Rivers weiter nach Süden. Per Zufall entdecken wir an der Strassenseite die Hot Springs und geniessen ein heisses Bad.

After three days at the free bush camp spot we continue on the 21 towards Boise. The signpost to Bull Trout Lake lures us onto the gravel road through the Boise National Forest. Unfortunately, due to the fire danger, it is currently forbidden to make any open camp fires, because the space we find to overnight at the smaller lake in front of Bull Trout Lake would have been just ideal for a barbecue. It is quiet around us, only the sound of the wind in the branches of the pine trees and the croak of some big black crows can be heard. The view of the calm lake is only clouded by very small flies, similar to fruit flies. It rustles in the bushes, yes, exactly in that, next to the old tree, whose whitish bark is lying on the ground and a chipmunk runs past it so fast that it is difficult to follow with the eye. A bird of prey swings its tracks across the lake and the air of the forest blows into our nostrils as we drink comfortably our coffee. While walking along the lake I find fresh bear tracks in the mud. So we’re really in the wild. Unfortunately, or Thomas always says „good“, we did not see any bears as he doesn´t want to be woken up by a hungry bear at night who might even hit and destroy our door. We continue on the Ponderosa Pine Scenic Byway south along the Payette River. By chance we discover some hot springs on the street side and enjoy a hot bath.

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Wir fahren zum Luky Peak State Park und hoffen, dort campen zu können, aber wieder sind alle Campingplätze vorreserviert und somit ausgebucht. Wir fahren noch bis zum Damm, in der Hoffnung einen freien Stellplatz zu finden und kämpfen uns ca. 5 Kilometer entlang einer üblen Wellblechpiste ehe wir aufgeben und umkehren. Beim nächsten Parkplatz am See halten wir an, um uns schnell zu erfrischen und müssen feststellen, wir haben ein Nummernschild hinten verloren… wie geht denn so was… nun gut, wieder auf die Rüttelpiste zurück und nach Nummernschild suchen. Leider vergeblich, entweder hat es ein anderer schon gefunden und dachte es wär wohl ein tolles Souvenir oder es ist den Bergabhang hinab, sodass wir es nicht finden konnten. Nun gut, da es in Idaho obligatorisch ist, ein Kennzeichen am Heck zu haben, bauen wir kurzerhand das von vorne nach hinten und fahren weiter nach Boise, wo wir am nächsten Morgen versuchen, einen Mechaniker zu finden, der sich unserem immer lauter werdenden metallenem Geräusch an der vorderen rechten Achse annimmt.

We drive to Luky Peak State Park and hope to camp there, but again all campsites are pre-booked and thus fully booked. We drive to the dam, in the hope of finding a free parking space and struggle along for about 5 kilometers on a very bad corrugated road before we give up and turn around. At the next parking lot at the lake we stop to freshen up quickly in the lake and find out we’ve lost a number plate somewhere …what are you going to do? … well, back to the corrugated road and looking for your license plate. Unfortunately in vain, either someone else has already found it and thought it would be a great souvenir or it just went down the mountainside, so we could not find it. Well, since it is obligatory in Idaho to have a license plate at the rear, we quickly put the license plate from the front to back and continued to Boise, where we tried the next morning to find a mechanic, who is able and willing to work on our problem with every time becoming louder and louder metal noise on the front right axle.

Tja, wir wissen jetzt zwar, wie der englische Begriff des unteren Kugelgelenks ist, jedoch fanden wir weder einen Mechaniker, der das Ersatzteil für den Fiat Dukato organisieren konnte, noch an unserem europäischen Fahrzeug arbeiten wollte. Nach 5 verschiedenen vergeblichen Versuchen quer durch Meridian/Boise geben wir auf und fahren zu unserer Freundin Liselotte, die wir bereits im Jahr 2008 in Mexiko kennengelernt und dann auch mit den Motorrädern in Idaho besucht hatten. Nach 10 Jahren war die Wiedersehensfreude gross und wir genossen die 3 gemeinsamen Tage mit ihr und ihrem Partner Ron.

 Well, we now know what the English term for the vorderes Kugelgelenk (lower ball joint) is, but we did not find a mechanic who could organize the spare part for the Fiat Ducato nor work on our European vehicle. After 5 different futile attempts across Meridian / Boise, we give up and drive to our friend Liselotte, whom we met in Mexico in 2008 and then visited with the motorcycles in Idaho. After 10 years, the reunion was great and we enjoyed 3 days together with her and her partner Ron.

Wir nutzen auch die Zeit und bauen ein neues Provisorium für unser kaputtes Kugelgelenk aus einem alten Autoreifen mit unserem Werkzeug in ihrer Hofeinfahrt. Die Dusche bekommt auch eine neue Randversiegelung, die sich vor ein paar Tagen gelöst und Wasser geleckt hatte, so dass wir die Dusche nicht mehr nutzen konnten, ohne grösseren Wasserschaden zu verursachen. So mit Arbeit am Morgen, wo es temperaturmässig noch erträglich war – am Nachmittag stieg die Temperatur auf über 105 Fahrenheit (über 40 Grad Celsius) an – und langen Gesprächen am Nachmittag und Abend im klimatisiertem Haus verging die Zeit wieder wie im Fluge und es war Zeit, uns auf dem Weg nach Oregon zu begeben.

We also used the time and built a new temporary repair for our broken lower ball joint from an old car tire with our tools in her driveway. Our shower also got a new edge seal, which had dissolved a few days ago and leaked water, so we could not use the shower without causing major water damage. So with work in the morning, where the temperate was still tolerable – in the afternoon, the temperature rose to over 105 degrees (about 40 degrees Celsius +)  and long discussions and chit chats in the afternoon and evenings in the air-conditioned house time flew by and again it was time to be on our way to Oregon. Thanks a lot again for your help and hospitality, Liselotte and Ron! 

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thanks Liselotte and Ron
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