slowly heading south

Oropesa del Mar – 10 Tage bleiben wir auf dem gemütlichen kleinen Campingplatz, schwatzen mit unseren Nachbarn, basteln am Wohnmobil, putzen, machen lange Strandspaziergänge, gehen auf den Markt für frisches Obst und Gemüse und die Tage vergehen.

Oropesa del Mar – we spent 10 days at the cozy little campsite, chat with our neighbors, improve our motorhome, clean it, make walks along the nearby beach, go to the market for fresh fruit and vegetables and those days pass on quickly.

In jeder Stadt gibt es einen der kleineren Märkte, entweder an einem Mittwoch, Donnerstag, Sams- oder Sonntag. Wir haben Glück und können so recht günstig immer frisches Obst und Gemüse kaufen. Meist gibt es jedoch nicht nur das lokale Gemüse, sondern auch leckere frische Oliven und eingelegte Antipasti, Nüsse und getrocknete Früchte – ein Paradies für Feinschmecker. Nicht fehlen dürfen die nordafrikanischen Strassenhändler, die Socken, Unterwäsche und sonstige Klamotten, Taschen und mittlerweile auch Elektronik für wenige Euros zum Kauf anbieten. Je weiter südlich wir kommen, desto mehr solcher Strassenhändler sind auf solchen Wochenmärkten verbreitet.

In each town there is one of the smaller markets, either on a Wednesday, Thursday, Saturday or Sunday. We are lucky and can always buy fresh fruit and vegetables quite cheap. In most cases there is not only the local vegetables, but also delicious fresh olives and pickled antipasti, nuts and dried fruits – a paradise for gourmets. Not to be missed are the North African street vendors, who offer socks, underwear and other clothes, bags and now also electronics for a few euros for sale. The further south we come, the more of such street vendors are visible on such weekly markets.

Je weiter südlich wir kommen, desto mehr Wohnmobile sehen wir auch. Wir sind jedes Mal von neuem geschockt, wie viele hier herumfahren. Wir fallen mit unserem 18 Jahre alten Laika auch immer wieder auf, denn es sind hier scheinbar nur neuwertige Fahrzeuge unterwegs und immer auch immer Grössere, die dann entweder das Fahrzeug in der Garage oder mit extra Anhänger hinter sich herziehen. Für uns ist das Fahren mit unserem Wohnmobil schon eine gewaltige Umstellung, ist es doch grössenmässig mit 2,36 Breite und 3,10 Höhe das Grösste, was wir bisher gefahren sind und durch die kleineren Ortschaften hier in Spanien zu fahren, ringt mir zumindest manchmal etwas die Luft weg, so eng ist es teilweise. Aber wenn ich dann diese Busse mit Anhänger sehe, stellt sich mir oft die Frage, wo fahren diese denn eigentlich lang? Auf der Autobahn von Deutschland nach Spanien zum festgelegten Wohnmobilstellplatz, denn auf die typischen kleinen Campingplätze in Spanien ist es meist zu eng für solche Reisemobile. Andererseits reisen diese Leute überhaupt oder fahren sie einfach ihr Haus von einem Ort zum nächsten und bleiben dann dort wochenlang stehen? Viele der Rentner, die wir hier getroffen haben, sind meist mehrere Wochen an einem Ort, aber dadurch knüpfen sich auch neue Bekanntschaften und man sitzt nicht alleine irgendwo in einer Wohnung im grauen Deutschland, sondern hat die sozialen Kontakte, die auch im Alter noch so wichtig sind. Besonders beeindruckt hat mich daher zum Beispiel auch die Alleinreisende Henriette aus Wien, die wir in Argentinien kennengelernt haben. Anstatt alleine in Wien herumzusitzen, fährt sie mit ihrem Wohnmobil durch die Welt und schaut sie sich an. Mit über 70 Jahren und noch so fit – bewundernswert!

The further south we come, the more mobilhomes we see here. We are shocked every time, how many mobilhomes are driving around here. We stand out with our 18 year old Laika, because there are seemingly only new vehicles on the road and always bigger, which either move another little vehicle in the garage or with an extra trailer behind. For us, driving with our motorhome is already a huge change, it is nevertheless a big size with 2.36 width and 3.10 height. The biggest travel car we have driven so far and driving through the smaller towns here in Spain with its partly so narrow streets makes me sometime more than nervous. But when I see these huge buses with trailers, I often ask myself, where do they travel along? On the highway from Germany to Spain to the fixed caravan parking place, because on the typical small campsites in Spain it is usually too narrow for such motorhomes. On the other hand, do these people travel at all or simply drive their house from one place to the next and stay there for weeks? Many of the pensioners we have met here so far are usually several weeks in one place, but this also leads to new acquaintances and one does not sit alone somewhere in an apartment in grey and misty Germany. Even in an old age it seems so important to have such social contacts. I was particularly impressed, for example, by Henriette from Vienna, whom we met in Argentina. Instead of sitting alone in Vienna, she travels the world with her motorhome and experiences every day something new. With over 70 years and still so sportiv – admirable!

Auch wir sind in den letzten Jahren beim Reisen immer langsamer geworden und bleiben gerne mal länger auf einem Platz stehen, wenn es uns gefällt. Ist das noch Reisen? Was macht das Reisen eigentlich noch aus?

Henry Miller hat mal gesagt: „Eines Mannes Ziel ist nicht ein Ort, sondern eine neue Art, die Dinge zu sehen! Eines Reisenden Zieles sollte m.E. sein, die Dinge neu zu sehen und dadurch andere Kulturen zu verstehen? Wir haben festgestellt, dass wenn wir länger an einem Ort bleiben, man viel öfter die alltäglichen kleinen Dinge wahrnimmt, die das normale Leben an einem Ort ausmachen. Dadurch wird uns immer wieder bewusst, wie privilegiert wir Deutschen doch sind. Auch wenn wir meist über die Bürokratie nur den Kopf schütteln können, sind wir doch insgeheim froh, dass alles so schön geregelt ist, vor allem, wenn man – wie wir – in so einem geregelten Umfeld aufgewachsen ist. Die spanische entspanntere Lebensart mit Siesta Zeiten von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr ist jedoch für uns auch nach der Zeit in Südamerika nur eine Frage der Gewöhnung. Man stellt sich darauf ein, dass zu dieser Uhrzeit halt alle Geschäfte geschlossen sind und in den kleineren Ortschaften es noch ruhiger zugeht als sonst. Ist es nicht besser, mal ein Käffchen und längeres Mittagspäuschen zu nehmen anstatt von morgens bis abends durch zu schuften? Die spanische Lebensart haben wir auch vergangenes Wochenende sehen können, als in der Nähe unseres Stellplatzes eine 4-tägige Fiesta gefeiert wurde. Eigentlich eine Art Jahrmarkt bzw. Chilbi, aber im angrenzenden Park trafen sich am Samstag- und Sonntagnachmittag die Familien zum Grillen, Schwatzen und Zusammensein. Das hat uns stark an Südamerika erinnert, vor allem, dass trotz lauter Musik von den Jahrmarktdarstellern, jede Familie nochmals extra laute Musik über ihre eigenen Auto-Lautsprecher laufen liessen.

In the last few years we have also become more slowly while traveling and we like to stay in a place longer if we like it. Is that still traveling? What does traveling actually mean?

Henry Miller once said: „A man’s goal is not a place, but a new way to see things! A traveller’s goal should therefore be to get a new perspective and to understand other cultures? We have found that if we stay longer in one place, we often perceive the everyday life that is little things that makes up ones life. This keeps us conscious of how privileged we are as Germans. Even though we can only shake our heads over the bureaucracy, we are secretly glad that everything is so beautifully regulated, especially when one grew up in such a regulated environment. The Spanish more relaxed way of life with times for siesta from 1 p.m. till 4 p.m., however, is only a matter of getting used to it for us especially after our time in South America. It´s clear that at this time of the day all shops are closed and in the smaller towns it is even more quiet than usual. Is it not better to take a coffee and have longer break instead of toiling at work from morning til night? The Spanish way of life – we could experience also last weekend when a 4-day fiesta was celebrated nearby our campspot. Actually it was a sort of fair, but in the adjacent park the families met on Saturday and Sunday afternoons to have a barbeque, chatter and just be together. This reminded us strongly of South America, especially that despite loud music from the fair performers, each family made extra loud music through their own car speakers.

Uns zieht es weiter nach Süden. In ein paar Tagen treffen wir uns mit unseren Freunden Simon und Panny, die wir zum ersten Mal in Kambodscha, dann im Iran, zuletzt in Köln getroffen haben. Sie haben sich wieder ein Jahr Auszeit genommen, um zu reisen und sind gerade mit ihren Motorrädern aus Marokko zurück. Wir sind gespannt, sie nach 3 Jahren endlich einmal wiederzusehen und über ihre Erlebnisse bisher zu erfahren.

We’re moving south. In a few days we will meet with our friends Simon and Panny, who we met for the first time in Cambodia, then in Iran, last in Cologne. They have again taken a year off to travel and have just returned with their motorcycles from Morocco. We are looking forward to seeing them again after 3 years and learn about their experiences so far. 

 

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